Die richtige Lizenzierung von Windows Server ist für Unternehmen ein wichtiger Bestandteil einer gut geplanten IT Infrastruktur. Neben der Serverlizenz spielen auch Client Access Licenses eine zentrale Rolle. Dabei stehen Unternehmen häufig vor der Frage, ob sie eine Windows Server User CAL oder eine Device CAL benötigen.
Beide Lizenzmodelle verfolgen unterschiedliche Ansätze. Bei einer User CAL steht der einzelne Benutzer im Mittelpunkt, während sich eine Device CAL auf ein bestimmtes Gerät bezieht. Welche Variante besser geeignet ist, hängt von der jeweiligen Arbeitsumgebung, der Anzahl der Mitarbeiter und der verwendeten Geräte ab.
Was ist eine Windows Server User CAL
Eine Windows Server User CAL ist eine Zugriffslizenz, die einem bestimmten Benutzer zugeordnet wird. Der lizenzierte Benutzer kann damit von verschiedenen Geräten auf die entsprechenden Windows Server Dienste zugreifen, sofern die Nutzung durch die Lizenzbedingungen abgedeckt ist.
Dieses Modell kann besonders interessant sein, wenn Mitarbeiter regelmäßig unterschiedliche Geräte verwenden. Beispielsweise kann ein Mitarbeiter im Büro einen Desktop Computer nutzen und zusätzlich mit einem Notebook auf Unternehmensressourcen zugreifen.
Was ist eine Windows Server Device CAL
Bei einer Device CAL wird dagegen ein bestimmtes Gerät lizenziert. Verschiedene Benutzer können das lizenzierte Gerät verwenden und auf die entsprechenden Serverdienste zugreifen, sofern die Lizenzbedingungen dies erlauben.
Dieses Modell kann für Unternehmen sinnvoll sein, in denen sich mehrere Mitarbeiter ein Gerät teilen. Typische Beispiele können Arbeitsplätze in Produktionsbereichen, Empfangsbereiche oder gemeinsam genutzte Terminals sein.
Schritte zur richtigen Auswahl
Schritt 1 Die Arbeitsweise des Unternehmens analysieren
Zunächst sollte geprüft werden, wie Mitarbeiter im Unternehmen auf die Serverumgebung zugreifen. Dabei ist entscheidend, ob einzelne Personen mehrere Geräte verwenden oder ob mehrere Personen dieselben Geräte gemeinsam nutzen.
Bei einer flexiblen Arbeitsplatzgestaltung mit vielen individuellen Geräten kann eine User CAL interessant sein. Bei gemeinsam genutzten Arbeitsplätzen kann eine Device CAL besser zur tatsächlichen Nutzung passen.
Schritt 2 Benutzer und Geräte erfassen
Im nächsten Schritt sollte eine Übersicht über die vorhandenen Benutzer und Geräte erstellt werden. Dabei sollten nicht nur die aktuellen Arbeitsplätze berücksichtigt werden, sondern auch mobile Geräte, zusätzliche Arbeitsplätze und gemeinsam verwendete Systeme.
Eine genaue Bestandsaufnahme hilft dabei, den tatsächlichen Lizenzbedarf besser einzuschätzen.
Schritt 3 Nutzungsmuster vergleichen
Anschließend sollten Unternehmen untersuchen, wie häufig Benutzer unterschiedliche Geräte verwenden. Wenn ein Mitarbeiter beispielsweise regelmäßig mehrere Geräte nutzt, kann die Benutzerlizenzierung eine passende Lösung darstellen.
Wenn dagegen mehrere Mitarbeiter nacheinander über ein gemeinsames Gerät auf Serverressourcen zugreifen, kann eine Device CAL eine geeignete Option sein.
Schritt 4 Wachstum des Unternehmens berücksichtigen
Die Lizenzplanung sollte nicht ausschließlich auf der aktuellen Situation basieren. Unternehmen sollten auch geplante Neueinstellungen, zusätzliche Arbeitsplätze und Veränderungen der IT Infrastruktur berücksichtigen.
Eine Lizenzlösung, die heute gut passt, kann bei starkem Unternehmenswachstum später angepasst werden müssen.
Schritt 5 Server und Zugriffslizenzen getrennt betrachten
Eine Windows Server Lizenz und eine CAL erfüllen unterschiedliche Funktionen. Deshalb sollte die Planung beide Bereiche berücksichtigen.
Neben der Serverlizenz muss geprüft werden, welche Zugriffslizenzen für Benutzer oder Geräte erforderlich sind. Bei bestimmten zusätzlichen Diensten können weitere Lizenzanforderungen gelten. Ein Vergleich von Windows Server User CAL oder Device CAL erleichtert die Planung einer passenden Zugriffslösung.
Schritt 6 User CAL und Device CAL gegenüberstellen
Nach der Analyse können die beiden Modelle miteinander verglichen werden.
Bei der User CAL steht der Benutzer im Mittelpunkt. Sie kann besonders praktisch sein, wenn Mitarbeiter mit mehreren Geräten arbeiten.
Bei der Device CAL steht das Gerät im Mittelpunkt. Sie kann sich anbieten, wenn mehrere Personen ein bestimmtes Gerät gemeinsam nutzen.
Schritt 7 Die benötigte Anzahl bestimmen
Nach der Entscheidung für ein Lizenzmodell muss die benötigte Anzahl ermittelt werden. Bei User CALs sollte die Anzahl der relevanten Benutzer betrachtet werden. Bei Device CALs steht die Anzahl der relevanten Geräte im Vordergrund.
Die konkrete Lizenzierung sollte entsprechend den jeweils geltenden Microsoft Lizenzbedingungen geprüft werden.
Schritt 8 Die Lizenzierung dokumentieren
Eine übersichtliche Dokumentation erleichtert die spätere Verwaltung. Unternehmen sollten festhalten, welche Server eingesetzt werden, welche Zugriffslizenzen vorhanden sind und wie Benutzer beziehungsweise Geräte zugeordnet werden.
Eine aktuelle Dokumentation kann außerdem bei zukünftigen Erweiterungen der IT Umgebung hilfreich sein.
Vorteile einer sorgfältigen CAL Auswahl
Eine strukturierte Lizenzplanung schafft mehr Übersicht über die eigene IT Umgebung. Unternehmen können besser nachvollziehen, welche Benutzer und Geräte auf Serverressourcen zugreifen und welche Lizenzen dafür vorgesehen sind.
Darüber hinaus kann eine passende Lizenzierungsstrategie die Verwaltung vereinfachen und dabei helfen, unnötige Lizenzkäufe zu vermeiden. Besonders bei wachsenden Unternehmen lohnt sich deshalb eine regelmäßige Überprüfung der Lizenzsituation.
Typische Einsatzbereiche einer User CAL
Eine User CAL kann für Unternehmen interessant sein, wenn Mitarbeiter häufig mit mehreren Geräten arbeiten. Dazu können beispielsweise Desktop Computer, Notebooks oder andere für die Arbeit eingesetzte Systeme gehören.
Auch bei mobilen Arbeitsmodellen kann die Benutzerorientierung eine praktische Grundlage für die Lizenzplanung darstellen.
Typische Einsatzbereiche einer Device CAL
Eine Device CAL kann sich besonders bei gemeinsam genutzten Arbeitsplätzen eignen. Wenn mehrere Mitarbeiter dasselbe Gerät verwenden, kann die gerätebezogene Lizenzierung zur tatsächlichen Nutzung passen.
Solche Situationen können beispielsweise in Produktionsumgebungen, an Empfangsarbeitsplätzen oder bei gemeinsam genutzten Terminals vorkommen.
User CAL oder Device CAL bei gemischten Arbeitsumgebungen
Nicht jedes Unternehmen verfügt über eine vollständig einheitliche IT Umgebung. Manche Mitarbeiter arbeiten mit eigenen Geräten, während andere gemeinsam genutzte Computer verwenden.
In solchen Fällen sollte die gesamte Lizenzierungsstruktur sorgfältig betrachtet werden. Je nach geltenden Lizenzbedingungen und konkreter Nutzung können unterschiedliche Lizenzmodelle für verschiedene Bereiche relevant sein.
Worauf Unternehmen beim Kauf achten sollten
Vor dem Kauf sollten Unternehmen zunächst die vorhandene Serverumgebung und die geplante Nutzung analysieren. Wichtig sind unter anderem die Anzahl der Benutzer, die Anzahl der Geräte und die Art des Zugriffs.
Zusätzlich sollte geprüft werden, ob weitere Microsoft Produkte oder Dienste eingesetzt werden, für die zusätzliche Zugriffslizenzen erforderlich sein können.
Fazit
Die Entscheidung zwischen Windows Server User CAL und Device CAL sollte sich an der tatsächlichen Nutzung im Unternehmen orientieren. Bei vielen individuellen Geräten kann eine User CAL interessant sein, während eine Device CAL bei gemeinsam genutzten Geräten eine passende Lösung darstellen kann.
Mit einer strukturierten Analyse der Benutzer, Geräte, Zugriffsmuster und zukünftigen Anforderungen können Unternehmen ihre Lizenzplanung übersichtlich gestalten. Vor dem Kauf sollte die konkrete Situation immer mit den aktuellen Microsoft Lizenzbedingungen abgeglichen werden.


